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Brieffreundschaft im digitalen Zeitalter

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In Zeiten ohne Internet und Telefon gab es keine andere Möglichkeit, als mit Briefen den Kontakt über weite Entfernungen zu halten. Schon im Mittelalter herrschte reger Briefverkehr - vor allem, um mit seinen Liebsten in Kontakt zu bleiben, wenn diese durch Kriege oder Kreuzzüge weit weg von einem waren. Aber vor allem wurde der Briefverkehr in früheren Jahren zum Austausch von politischen oder philosophischen Gedanken genutzt. Aufgeschrieben war es für die Empfänger oft einfacher, in einen Disput mit dem Sender zu gehen. Die eigenen grauen Zellen wurden angeregt, die Diskussionen immer detaillierter. Aus diesen ersten Versuchen des Briefeschreibens entwickelte sich mit der Zeit die Idee der Brieffreundschaft. Es ist nicht genau belegt, ab wann es diesen Begriff gibt. Sicher ist aber, dass seither viele Brieffreunde gefunden haben. Einige treffen sich ihr Leben lang nicht und haben nur durch das geschriebene Wort Kontakt, andere wollen sich auch persönlich kennenlernen. Als das Postsystem gefestigt war und Briefe zumindest im Inland nicht mehr tage- oder wochenlag unterwegs waren, gab es immer mehr Brieffreundschaften. Es war noch nie so einfach, sich mit Menschen aus einem anderen Teil des Landes oder gar der Welt auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und Freundschaften zu finden - obwohl sich einige dieser Menschen nie persönlich treffen.

Warum schreiben sich Menschen Briefe?
Erfahrungsberichte zeigen, wie schön es ist, einen Brief mit einem privaten Absender im Briefkasten zu haben. „Ich frage mich, was mich wohl erwartet, wenn ich [den Brief] öffne, die ordentlich beschriebenen Seiten herausziehe und den Text Wort für Wort in mir aufnehme“, beschreibt Autorin Marie-Louise Merz gegenüber der Frankfurter Rundschau. Ein privater Brief ist etwas anderes als ein geschäftlicher. Der Absender überlegt sich, was dem Empfänger gefallen könnte. Buntes Briefpapier, farbige Stifte, Aufkleber? Vielleicht kommt sogar ein Päckchen mit einem kleinen
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Mitbringsel. Genauso spannend wie das Empfangen ist aber auch das Schreiben. Das Risiko, falsche Wörter nicht einfach durch die „Löschen“-Taste der Tastatur zu tilgen beim Schreiben mit Stift und Papier, bringt viele dazu, besonnener über ihre Worte nachzudenken. Sie überlegen, was sie wirklich schreiben wollen. Jedes Wort muss sitzen und die Botschaft vermitteln, die der Schreibende ihm auferlegt. Dies macht das Briefe schreiben und erhalten so spannend: Die Menschen denken sich noch etwas dabei. Die Worte sind in den meisten Fällen wohlüberlegt - anders als dies oft bei einer schnell hingeschrieben E-Mail der Fall ist. Dazu sind Briefe etwas Persönliches - ebenso wie Postkarten. Selbst wenn diese nur schnell aus dem Urlaub geschrieben werden, ist es schöner, als nur eine SMS zu bekommen. Dies zeigt auch schon der Trend der Grußkarten: Zum Geburtstag wird dem Feiernden eine Karte geschenkt, auf der die guten Wünsche draufstehen. Das aufgeschriebene Wort wird dadurch immer noch ein bisschen wichtiger gesehen als das gesprochene.

Briefe im digitalen Zeitalter
Mit dem Internet und der Möglichkeit, E-Mails in Sekunden zu verschicken, glaubten viele, dass die herkömmlichen Brieffreundschaften nachlassen würden. Immerhin sind die elektronischen Briefe sofort beim Empfänger und müssen nicht erst noch den langen Postweg zurücklegen. Eher das Gegenteil war aber zuerst der Fall. Durch die immer schnelllebigere Gesellschaft genossen es einige Menschen, durch die Briefe ihr Leben ein wenig zu verlangsamen. Das Internet bietet aber dennoch einen entscheidenden Vorteil: Die einfache Suche nach Brieffreundschaften. Auf verschiedenen Portalen gibt es die Möglichkeit, seinen Wunsch aufzugeben; sogar die Suche nach Brieffreunden aus bestimmten Ländern ist möglich. Dies benutzten häufig Schüler, um sich in einer Fremdsprache besser zurechtzufinden. Es gab und gibt einige Schulen, die sich direkt dafür einsetzten, beispielsweise die BG/BRG Mössingerstraße in Klagenfurt. Der Briefwechsel florierte also - zumindest in
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der Anfangszeit. Dann kamen die Instant Messenger und Social Networks, die das Vernetzen noch einfacher machten und sogar eine richtige Kommunikation quer über den Globus erlauben, zum Teil sogar mit WebCam-Übertragung. Die Universität Münster führte zusammen mit der internationalen Strategieberatung Roland Berger eine Umfrage zur Nutzung der Kommunikationskanäle durch. Bei der privaten Kommunikation stehen das Telefon und die Social Networks an erster Stelle - rund 42% nutzen das Telefon und 45% die sozialen Kanäle wie Facebook oder Twitter (Quelle: Statista.de). Die Briefe und Postkarten belegen bei dieser Studie die hinteren Ränge mit knapp 10% - sind aber immer noch vor den Instant Messengern, Foren und den SMS. Ganz abgeschrieben sind die Briefe und Postkarten also noch nicht, auch wenn es mittlerweile immer deutlicher wird, wie sehr das Internet das Papier verdrängt. Allerdings sorgt die digitale Welt auch für einen positiven Effekt auf den Briefverkehr: Es haben sich mittlerweile einige Onlineshops gebildet, die Post- und Grußkarten oder sogar Briefpapier verkaufen. Die Motive sind originell und die Auswahl meist größer als im Geschäft vor Ort.

Brieffreundschaftsportale im Internet
Neben dem Postkartenvertrieb im Internet nahmen einige Portale auch den Trend auf, sich Brief-freundschaften im Internet zu suchen. Penpals.at beispielsweise, oder das von der Zeitschrift GEOlino eingerichtete Portal. Mitglieder geben ihren Namen und eventuell ein Wunschland an - einige nutzen die Brieffreundschaften gern, um ihr Englisch aufzubessern. Allerdings bemerkten auch diese Portale den Aufschwung der Social Media Kanäle. GEOlino stellte die Vermittlung der Brieffreundschaften ein, da die Nachfrage mit der Zeit zu gering wurde. Dies zeigt sich unter anderem an den Zahlen der privat verschickten Post: Seit 2010 gehen diese laut Statista kontinuierlich nach unten. Es scheint, als ob die Brieffreundschaften zum Ende kommen.

Die Unterschiede zwischen Briefen und E-Mails
BriefeE-Mails
Das Versenden kann
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je nach Land einige Wochen dauern
Sind sofort beim Empfänger
Kleine Geschenke können mitverschickt werdenBilder können mit verschickt werden
Briefe können individuell gestaltet werden - Bunte Schrift, Aufkleber etc.Bei einigen Anbietern ist Briefpapier auszuwäh-len


Brieffreunde 2.0
Ganz so drastisch ist die Entwicklung aber nicht. In ihrem Artikel gibt die Brieffreundin und Autorin Marie-Louise Merz dies zu bedenken: „Briefeschreiben wird eben nicht mehr als modern angesehen. Wobei es viel mehr Briefeschreiber gibt, als die meisten Menschen vermuten.“ Modern ist in diesem Fall das Schlagwort. Die Menschen finden sich weiterhin über das Internet, tauschen sich aus, werden Freunde. Alte Schulkameraden können so auch nach Jahren noch in Kontakt bleiben. Und viele dieser Freunde schreiben sich heutzutage seitenlange E-Mails statt seitenlanger Briefe. Auch diese bezeichnen sich als Brieffreunde - immerhin kommunizieren sie nicht direkt miteinander. Zum Geburtstag oder zu Weihnachten gibt es oft dann doch eine Karte mit der Post - immerhin ist die Auswahl der Glückwunschkarten im Internet groß, wie zum Beispiel ein Blick auf das Sortiment des Raab-Verlags beweist. Aber auch mit der schnelleren Kommunikation mittels E-Mail und den zeitweiligen Nachrichten per Post können die Brieffreunde nicht wissen, wie lange der Kontakt anhält oder ob er nicht doch irgendwann versiegt. Dies macht Brieffreundschaften eben auch aus: Es gibt nur ganz wenige Geschichten, in denen aus Brieffreunden jahrelange Freunde wurden. Die schnelllebige Gesellschaft ist wahrscheinlich mit daran schuld - nur die wenigsten haben noch die Zeit, einen Brief oder eine E-Mail zu schreiben. Selbst wenn die Freundin am anderen Ende des Landes darauf wartet. In diesem Fall ist die schon genannte Umfrage wieder heranzuziehen: Bei Freunden im gleichen Land wird offensichtlich mittlerweile viel lieber das Telefon genutzt als der Brief oder die E-Mail.

Quellen:
http://www.parship.at/themen/brieffreund.htm http://www.geo.de/GEOlino/community/brieffreundschaften/
http://www.dasbiber.at/content/und-wenn-der-ger%C3%A4t-nicht-funktioniert-dann-haben-du-was-falsch-kapiert

Bilder:
Abbildung 1: © drubig-photo - Fotolia.com
Abbildung 2: © trans961 - Depositphotos.com
Abbildung 3: © contrastwerkstatt - Fotolia.com

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